Apr
24

Nach dem Unfall: Samuel Kochs neues Leben

© fotomek - Fotolia.com

© fotomek - Fotolia.com

Im Jahr gibt es über 1800 Menschen, die eine Querschnittslähmung erleiden. Die meisten von ihnen erhalten wenn überhaupt nur das Mitgefühl ihrer Familie, ihrer Arbeitskollegen oder ihrer Freunde. Ein Fall in Deutschland scheint die Empathie des Großteils der Nation heraufbeschworen zu haben: der Unfall von Samuel Koch.
Es war im Dezember 2010, als der damals 22-jährige Student ein waghalsiges Unterfangen in der Sendung “Wetten, dass ..?” anstrebte: innerhalb von vier Minuten wollte Koch fünf Wagen mit Salto überspringen. Beim dritten Wagen, der ausgerechnet von seinem Vater gefahren wurde, passiert der Unfall, der den ambitionierten jungen Mann wohl für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl fesseln wird.

Mit mittlerweile 24 hat Samuel Koch eine Biographie herausgebracht, die er mithilfe des Journalisten Christoph Fasel verfasst hat. Wie bereits auch in seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Unfall hatte der tragische Kandidat die Unschuld des Senders eingeräumt. Diese Aussage geht konform mit der von Moderator Gottschalk gebetsmühlenartig wiederholten Aussage, dass die Wette zwar riskant, jedoch bei weitem nicht die risikofreieste unter all den Wetten der letzten 20 Jahre gewesen sei – schließlich hatte bis dato kein Wettherausforderer einen solchen Unfall unter Gottschalks Moderation erlitten. Zudem hatte Koch nach eigenen Aussagen alle Proben vorher heil und ohne größere Probleme bestanden.
In dem Buch “Zwei Leben” beschreibt Koch die innere Zerrissenheit nach dem Unglück. Nicht nur sportlich war der Lebenslauf des jungen Mannes absolut einwandfrei, auch seine Motivation ein Schauspielstudium abzuschließen schien mit derartiger Energie und Lebenslust für einige nicht als unrealistisch. Nun beschreibt er sich selbst als “gefangen im eigenen Körper”, die einfachsten Handlungen kann er nicht ohne fremde Hilfe bewältigen.

Der gläubige Christ hat sich nach eigenen Angaben mit seinem Schicksal arrangiert und betrachtet es als Gottes Wille. Diese demütige Art beschert ihm selbst hierzulande immense Sympathien.

Apr
18

US-Serienhit: Game Of Thrones

Vermissen sie auch irgendwie Frodo Beutlin, die Hobbits, das Auenland und epische Kämpfe zwischen Fantasy-Figuren in einer komplex erdachten Welt? Gut, man könnte sich jetzt auch auf das Prequel von Herr der Ringe “Der Hobbit” freuen, doch mit der hierzulande frisch ausgestrahlten US-Serie “Game Of Thrones” kriegt man eigentlich alles, was das Herz eines Fantasy-Fans begehrt. In der Verfilmung der Romane von “Das Lied von Eis und Feuer” vom Autor, George R.R. Martin – eine gewisse Parallele zu J.R.R. Tolkien ist allein namentlich schwer zu leugnen – geht es um das Königreich Westeros, das sich in sieben Königreiche unterteilt. In einem unerbittlichen Machtkampf, der auf eine lange Geschichte zwischen den einzelnen Familien und ihren vielschichtigen Charakteren zurückgeht, zerfleischen sich die Adelsgeschlechter gegenseitig. Von Affären und Intrigen über Inzest bis zu Kindesmord werden die Niederungen der menschlichen Seele in eine fantastische Welt von Drachen und Untoten eingebettet.

Die erstmals in den USA am April 2011 ausgestrahlte Sendung wird in Deutschland von TNT Serie und von Sky Deutschland, sowie im Free TV von RTL gezeigt. Erstmals verfolgt RTL dabei das Konzept einer “Marathon-Ausstrahlung”, wobei meist drei oder sogar vier Folgen gestaffelt nacheinander gezeigt werden. 

Einen ersten medialen Aufreger gab es bereits auch schon: aufgrund der Blutrünstigkeit und expliziten Darstellung von Sexszenen musste RTL von einer Ausstrahlung in Originallänge absehen. Die erste Staffel wurde somit von der deutschen FSK mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren versehen, dies kollidierte mit dem Vorhaben RTLs, die Sendung bereits zur Primetime um 20:15 auszustrahlen – Formate mit dieser Altersfreigabe sind erst ab nach 22 Uhr zulässig. RTL entschied sich daher für eine Kürzung der Serie um die jeweiligen anrüchigen Stellen.  

Mrz
14

Sudan: George Clooney prangert Missstände an

© HandmadePictures - Fotolia.com

© HandmadePictures - Fotolia.com

Hollywood-Beau George Clooney ist nicht nur durch seine schauspielerischen Fähigkeiten (“Ocean’s Eleven”, “O Brother, Where Art Thou?”) ein anerkannter Mann unserer Zeit, auch durch sein politisches Engagement sorgt er immer wieder für Aufsehen.
Seit Jahren wirbt der 50jährige für eine politisch konstruktive Auseinandersetzung und Unterstützung für das nordafrikanische Land Sudan. Die krisengeschüttelte Region ist in den letzten Jahren immer wieder Schauplatz für Verletzung der internationalen Menschenrechte und ausnahmslose Kriegsverbrechen.

Vorausging ein politischer Konflikt, der das Land bis heute spaltet:  Am 9. Juli 2011 erhielt der Südsudan die Unabhängigkeit und wurde somit der jüngste anerkannte Staat der Welt. Seitdem ist die politische Beziehung zwischen dem arabisch geprägten Norden des Landes und dem neuen Staat im Süden ,gelinde gesagt, unterkühlt. Medien berichten von militärischen Auseinandersetzungen in den rohstoffreichen Grenzgebieten – und das vor dem Hintergrund eines jüngst beiderseitig  unterzeichneten Nichtangriffspaktes. Durch die Kämpfe hat sich die Lage der Menschen in den Grenzgebieten zu einer humanitären Katastrophe ausgeweitet – viele Leute aus der Krisenregion befinden sich auf der Flucht in den Südsudan, wo jedoch nicht genügend Mittel zur Versorgung der Flüchtlinge gewährleistet werden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass die Regierung des Sudan angeblich jegliche Unterstützung systematisch blockiert. Zu der logistischen Krise kommen nach Medienberichten Vergewaltigungen, Plünderungen und Morde des Militärs hinzu.

Clooney versucht seit geraumer Zeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Problemlage zu lenken. Durch seine Teilnahme bei einer unangemeldeten Protestaktion in Washington D.C. hatte er sogar eine Verhaftung in Kauf genommen – neben ihm wurden unter anderem auch der Bürgerrechtler Martin Luther King III, diverse Kongressabgeordnete und sein Vater Nick verhaftet.

Mrz
13

Kinoneuheit: Headhunter

Die Skandinavische Filmszene hat in letzter Zeit einen merkbaren Trend hervorgerufen. Nach schrägen und schwarzhumorigen Komödien wie “Das Fest”, “In China essen sie Hunde” und “Adams Äpfel” sind immer mehr Thriller aus dem Norden Europas ins Mainstream gerutscht. Der ein oder andere wird hierbei sofort an Stieg Larssons Trilogie denken oder aber ans morbide “So finster die Nacht”, die US-Remakes erhielten und somit einiges an Geld in die Kinokassen spülten. Der nächste Hit aus Skandinavien kündigt sich mit der Verfilmung von auf Jo Nesbøs Roman basierenden”Headhunter” an.

Krimispezialist Nesbø (“Der Schneemann”, “Leopard”) bietet als Vorlage die Geschichte des Geschäftsmannes Roger Brown, der à la Napoleon-Komplex ein großspuriges Leben auf der finanziellen Überholspur lebt und dabei seine gutaussehende Frau und ihre neue Galerie unterstützt, und sie dabei noch ordentlich mit einer Geliebten betrügt. Um sich den aufwendigen Lebensstil jedoch finanzieren zu können, betätigt sich der norwegische Egomane auch mal als Kunstdieb – geschickt kann er über seinen Job wohlhabende Kunden mit Kunstsinn kontaktieren und ihre Gewohnheiten ausspionieren, um sie dann mit allen Kniffen auszurauben. Roger ahnt jedoch nicht, auf was für ein verstricktes Spiel er sich einlässt, als er den bei einer Spezialeinheit ausgebildeten Clas Greve behumpsen will.

Regisseur Morten Tyldum beweist mit seiner Umsetzung des Romans einen spannenden Exkurs in die Welt des Thrillers mit dem typischen Muster “Vom Jäger zum Gejagten”, so glaubt man zuerst. Doch der genreübliche Twist im Film fällt diesmal unerwartet gut und glaubwürdig aus. Verdanken ist vorallem Hauptdarsteller Aksel Hennie eine zum Teil lustige wie auch beklemmende Darstellung von Roger Brown – neben einigen fast schon makabren Lachern bis hin zu Nägel-in-die-Couchgarnitur sollte man auf Einiges gefasst sein: ein zum Teil stereotyper, wenn aber doch charmanter und rasanter Unterhaltungsfilm

Feb
24

Oscar-Verleihung 2012: The Artist räumt ab

© Anatoly Stojko - Fotolia.com

© Anatoly Stojko - Fotolia.com

“Back to the roots” scheint das Motto der diesjährigen Oscar-Verleihung gewesen zu sein. Der Gewinner des Abends, der Gewinner der Gala ist ein Zelluloid-Streifen, der an die glorreichen Tage Hollywoods anknüpft. Ganze fünf Academy Awards räumte der Stummfilm “The Artist” ab. Es ist ein Film, der vor Nostalgie geradezu sprüht. Fast scheint es so, als verdamme die Jury technischen Fortschritt, insbesondere die 3D-Technik und sehnt sich zurück in Zeiten, in denen schauspielerische Leistungen mehr zählten als überbordende, Computer-generierte Spezialeffekte.

Die Geschichte des Streifens ist schnell erzählt: Der Protagonist, ein Stummfilmschauspieler, scheitert nach Zeiten des Ruhms an der Einführung des Tonfilms. Hauptdarsteller Jean Dujardin (39) konnte sich dafür über den Oscar für den besten männlichen Schauspieler freuen. 

Ein weiterer Gewinner des Abends war der britische Film “Die eiserne Lady”, der den erbarmungslosen Aufstieg Margaret Thatchers in den Olymp der europäischen Spitzenpolitiker schildert. Meryl Streep wurde für ihre gelungene Darstellung dieser einzigartigen Politikerin mit der Auszeichnung für die beste Hauptdarstellerin gekürt. 

Doch ganz konnte sich die Jury gegen den technischen Fortschritt in der Filmkunst nicht wehren. Vor allem deshalb nicht, weil der 3D-Film “Hugo Cabret” vom Altmeister Martin Scorsese gedreht wurde und viel mehr ist als plumpe Effekthascherei. Die Kinderbuchverfilmung sahnte in ingsesamt fünf Kategorien ab. Der Film war ursprünglich in elf Kategorien nominiert werrden, konnte am Ende des Abends aber nur in Filmtechnischen Kategorien punkten. 

Der deutsche Beitrag, die Dokumentation Pina, von Wim Wenders, konnte die Jury nicht überzeugen. Wenders ging, wie der Hamburger Kurzfilmregisseur Max Zähle mit leeren Händen nach Hause. 

Feb
07

Demi Moore auf Entzug

Der Aufstieg und Fall der Demi Moore ist ein zurzeit vieldiskutiertes Thema in den Medien. Bekannt geworden ist die als Demetria Gene Guynes geborene Moore durch Filmrollen beim Kassenschlager “Ghost – Nachricht von Sam” oder dem bewegenden Drama “Ein unmoralisches Angebot”. Sogar ihr selbstgesetztes Karrieretief “Striptease” schien die Schauspielerin mit einem überraschenden Comeback im Film “3 Engel für Charlie” vergessen gemacht zu haben. Letztendlich bekam sie sogar eine passable Nebenrolle im diesjährigen Blockbuster “Der große Crash – Margin Call”. Doch in letzter Zeit scheint es um Miss Moore nicht gut zu stehen.

Darf man den Medien glaubt ist die 49jährige dem Jugendwahn und der Alkoholsucht verfallen. Letzteres so schlimm, dass die bis vor kurzem noch Unauffindbare mittlerweile in der bekannten Entzugsklinik Cirque Lodge gesichtet worden sein soll. Damit würde sie sich in illustre Runde einreihen, schließlich gehören zu den ehemaligen prominenten Gästen der Klinik keine Geringeren als Charlie Sheen, Lindsay Lohan oder auch Britney Spears.
Weitere Spekulationen im Boulevardbereich lassen verlauten, dass die Darstellerin Zuflucht bei ihrem Ex-Mann Bruce Willis gefunden haben soll. Die beiden verbinden 13 gemeinsame Jahre Ehe und eine intakte Freundschaft nach der Scheidung. Angeblich soll der besorgte “Stirb-Langsam”-Darsteller planen, seine Ex samt Kindern auf seinem Anwesen unterzubringen. Dort wollen sich Willis und seine neue Lebenspartnerin um die angeschlagene Moore kümmern und ihr eine Ruhepause verschaffen, so berichten US-Medien.

Demi Moores rasante Talfahrt hatte nach der Trennung von ihrem letzten Partner, dem Schauspieler Ashton Kutcher, begonnen und wurde intensiv von der Boulevardpresse beobachtet. Die Ehe der beiden war nach sechs Jahren einvernehmlich getrennt worden. Der 16 Jahre jüngere Filmdarsteller hatte sich einen brisanten Fauxpas erlaubt: in der Hochzeitsnacht des Ehepaares ließ Kutcher sich in einem Hotelzimmer auf eine blutjunge Kalfornierin ein – diese machte die Affäre publik.

Jan
23

“Tage die bleiben” – Erfolgreiches Regiedebut

Regie © ThorstenSchmitt - Fotolia.com

Regie © ThorstenSchmitt - Fotolia.com

Die junge Regisseurin Pia Strietmann darf mit “Tage, die bleiben” ein Regidebut feiern, das als sehr gelungen gilt. So schaffte sie es, ein wirklich schwerwiegendes Thema wie Trauer in einen stillen Film zu verwandeln.

Die Geschichte des Films nährt sich aus einem Ereignis, das wie aus heiterem Himmel über eine Familie herinbricht. Begonnen damit, dass sich das Ehepaar Drewer gemeinsam im Auto wiederfindet, nachdem sie gerade ihre erste Buchvorstellung hatte, zu der ihr Mann erst später erscheint. Auf dem Heimweg setzt seine Frau ihn vor dem Haus seiner derzeitigen Affäre ab, von der sie längst weiß. Eine Aussprache soll am nächsten Tag stattfinden, doch den erlebt seine Frau nicht mehr, die auf der nächsten Kreuzung einen schweren Zusammestoß mit einem Lastwagen hat und sofort stirbt. Die Familie bleibt fast verstummt zurück und findet nur schwer einen Umgang mit der neuen Situation und miteinander.

Nach dem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, zeigt die 1978 in Münster geborene Pia Strietmann hier ihren Debüt-Langfilm, für den sie auch das Drehbuch schrieb. Hier verarbeitet sie das Trauern der Menschen um Abschied, Tod und Loslassen und zugleich findet die Schwierigkeit des wieder Zueinanderfindens. Das Verarbeiten der Themen scheint gelungen und der Debütfilm zeigt sich sehenswert. Der Todesfall innerhalb einer Familie wird hier mit zum Teil zutiefst dramaturgischen Szenen erzählt, die tief berührern, aber dabei nicht in Kitsch oder Pathos umschlagen.

Insgesamt bleibt der Fortgang der Geschichte einfühlsam und die Darsteller stets präzise und überzeugend. Leise und zuletzt auch ein bisschen versöhnlich, folgt man hier einem inneren Wandel der Figuren und einer Familie, was “Tage wie diese” zu einem authentischen und mitreißenden Film werden lässt.

 

Jan
17

FBI Akten über Wu-Tang Clan veröffentlicht

Anfang der 1990er Jahre tauchten sie in der HipHop Welt auf: Wu-Tang Clan, ein lose organisiertes Band-Kollektiv, was mit damals noch unorthodoxen Sounds, Samples und Texten für Furore sorgte. Die Band, mehr ein loser Clan, bediente sich einer Kung Fu- Ästhetik und war damals schon bekannt für unorthodoxe Geschäftspraktiken. Neben der auf der Bühne stehenden Band, allen voran Russell TyroneJones, besser bekannt unter seinem Pseudonym Ol’ Dirty Bastard, bestand der Wu- Tang Clan noch aus mehreren Unterorganisationen. Beheimat in Staten Island, einem berüchtigten Teil von Los Angelese, haben sie das Street Life und den Lifestyle von Gangstern aus dem Ghetto verkörpert, was Rapper wie Bushido nur verschämt verstummen lassen kann.

Das prägnanteste Mitlgied der meist neunköpfigen Combo, eben besagter Ol Dirty Bastard, ist im Jahr 2004 verstorben. Getreu dem Neil Young’schen Motto ‘It’s better to burn out than to fade away’ ist dieser mit 36 Jahren nach einer kurzen, aber intensiven und öffentlichen Zugrundegehens ermordet worden. Der Weg dahin führte über Drogenexzesse, Gefängnisaufenthalten, Entziehungskuren und Talkshows, in denen er nicht nur über seine Cracksucht redete, sondern auch staatliche Hilfe für seine Kinder beantragte.

Nun sind im Internet FBI-Dokumente aufgetaucht, aus denen ersichtlich wird, dass sich um den Wu-Tang Clan einige ungelöste Rätsel ranken. Dabei geht es um Verstrickungen in den Drogen – und Waffenhandel, um Diebstähle und Überfälle, kurz um das gesamte Repertoire einer Gang von der Straße, in diesem Fall die bekkante und gefürchtete Gang der Bloods. Auch tauchen mehrere unglöste Mordfälle in der Akte auf, die auf das Konto des Wu Tang Clans zu gehen scheinen, handelt es sich bei den Opfern zumeist um vermutlich abtrünnig gewordene Bandmitglieder. Warum die Akte erst jetzt in der Öffentlichkeit auftaucht und damals keine abschließenden Entwicklungen geführt wurden, darüber kann nur spekuliert werden.

Jan
10

Getunte Autos für Hip-Hop-Stars

© Peter Kim - Fotolia.com

© Peter Kim - Fotolia.com

Hip Hop und aufwendige, bestenfalls teure Autos gehören zusammen wie die Butter und das Brot. Kaum eine andere Sparte im Musikgeschäft versäumt es so selten wie der Rap, mindestens ein teures Auto mit einzubinden. Das Auto ist und bleibt das Statussymbol Nummer eins für viele Rapper, und dabei hat man sich längst vom Retrochic hüpfender Cadillacs aus alten Westcoast-Videos verabschiedet.

Der Trend geht dahin, dass man sich Luxusmodelle und Sonderausführungen zulegt, die idealerweise limitiert sind und dann selber noch ein wenig Hand anlegen lässt an das gute Stück. Nicht umsonst betreiben ehemalige Rap-Größen wie Funkmaster Flex heutzutage selbst sogenannte “custom made” Werkstätten, in welchen die Rapper unter ihres gleichen die besten Tipps bekommen, wie sie ihr Automobil am besten und persönlichsten modifizieren lassen. Es ist die Welt des Scheins und jeder der mittellos im Projekt aufgewachsen ist und es über den Rap zu irrationalem Reichtum gebracht hat, will, dass die ganze Welt sieht, was für Parvenues sie heute sind.

Dabei gehören aufwendig getunte Autos für viele dieser Stars zu einem ganz besonderen Statussysmbol. Geld spielt beim Aufmotzen der Fahrzeuge fast gar keine Rolle. Wer einmal kurz ins Studio geht und etwas runterrappt, der macht sich dabei nicht kaputt. Wenn er dann auch noch zweistellige Millionenbeträge dafür einkassiert, kann er es sich leisten beim Autohersteller auch mal einen Affektkauf zu tätigen. Dabei geht die Tendenz stark vom traditionellen Schmuck, mit dem sich die Rapper bis dato noch zu funkelnden Christbäumen herausputzten, hin zu soliden Geldanlagen wie dem Auto und dem Eigenheim. 

Ein Auto schindet einfach mehr Eindruck und man kann ihn durch die Gegend fahren, quasi den eigenen neuen Reichtum jedem unter die Nase reiben. Wenn man dabei auch noch gemütlich auf edlem Leder sitzt, macht man es sich auch hier relativ leicht etwas Thymos bei den ehemaligen Leidensgenossen zu ergattern, mit denen man sich höchstens noch in einem Raptext aus den 90ern identifiziert hat.

Gastautor Holger Kettler

Dez
15

Filmtipp: RubbeldieKatz

 Deklofenak - Fotolia.com

Deklofenak - Fotolia.com

Matthias Schweighöfer ist wieder im Kino zu sehen. Der neue Film von Detlev Buck heißt “Rubbeldiekatz” und Schweighöfer zeigt sich darin, wie es auch schon sein scheinbares Vorbild Til Schweiger tat, in Frauenkleidung. Die Geschichte erzählt nämlich von Alexander Honk, der sich wenig erfolgreich als Schauspieler versucht, bis er ein Angebot bekommt: Er soll neben Topstars unter einem Hollywood-Regisseur in einem Film über die Nazis mitspielen.

Das Problem ist, dass er sich versehentlich als Frau beworben hatte. Von seinen Brüdern, gespielt von Detlev Buck selbst und Maximilian Brückner, wird er trotzdem zum Dreh geschickt, und zwar als “Alexandra”. Am Set trifft er dann auf Sarah Voss (Alexandra Maria Lara), ein Superstar, mit der Alexander kurz zuvor geschlafen hatte. Diese allerdings flirtet nun mit dem Hollywoodstar Thomas Henning (Max von Thun) und noch dazu wird Alexander als Alexandra bald vom Regisseur und von Jörg (Max Giermann) seinem Schauspielkollegen angebaggert.

Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Matthias Schweighöfer saß jeden Tag bloß eine Stunde in der Maske und sieht dafür als Frau deutlich attraktiver aus, als so manch anderer Schauspieler, der sich in Frauenkleidung darstellte. Die Rolle der Alexandra, beziehungsweise Alexander Honk, hatte die Drehbuchautorin Anika Decker (“Keinohrhasen”) genau für Schweighöfer geschrieben. Neben den genannten tauchen auch einige andere prominente Gesichter in dem Film auf, beispielsweise das Model Eva Padberg und Josephine Preuß von “Türkisch für Anfänger”. Detlev Buck arbeitet immer wieder kleine Seitenhiebe auf Hollywood und Anspielungen, zum Beispiel auf Quentin Tarantino oder die Oceans-Eleven-Manier in den Film ein. Es ist also ein leichter, aber amüsanter Film geworden. 

Ältere Beiträge «